Jeder hat es schon einmal gehört: „ich habe einen Leistenbruch“. Was ist das eigentlich? Nun, unsere Bauchdecke hat - aus der Entwicklungsgeschichte des Menschen bedingt - Schwachstellen, durch die sich das Bauchfell und sein Inhalt nach außen vorwölben können. Dies finden wir in der Leiste, im Bereich des Bauchnabels oder auch im Narbenbereich bei vorausgegangenen Operationen. Teilweise wird von den Patienten lediglich die Schwellung bemerkt, teilweise werden - vor allem bei Belastungen – erhebliche Beschwerden geklagt.
Prinzipiell handelt es sich um gutartige Erkrankungen, die nach einer sorgfältigen Untersuchung zweifelsfrei diagnostiziert werden können. Hier hat sich neben der rein klinischen vor allem die Ultraschalluntersuchung bewährt. Ein beobachtendes Abwarten hat durchaus seine Berechtigung, da die einzige ernstzunehmende Komplikation, die Brucheinklemmung, recht selten, in weniger als 10% der Fälle eintritt. Allerdings sollten damit verbundene Einschränkungen der Lebensqualität und persönlichen Aktivität nicht hingenommen werden müssen.
Nicht operative Maßnahmen wie etwa angepasste Bruchbänder haben heute keine Berechtigung mehr. Zu dauerhaften Sanierung des Leidens sind heute Operationsverfahren etabliert, die durch ihre Wirksamkeit, Sicherheit und minimale Komplikationsrate bestechen. Sie lassen sich in nahezu allen Fällen problemlos ambulant in örtlicher Betäubung durchführen und garantieren eine zuverlässige Beseitigung der Krankheitssymptome, die den Patienten eine normale Lebensführung ohne Einschränkungen gestattet. Somit gilt die klare Empfehlung einer nach Diagnosestellung zeitnahen operativen Beseitigung.
Je nach den individuellen Gegebenheiten können einfache Verstärkungen der geschwächten Bauchdecke durch verschiedene Nahtverfahren (Sandwichtechnik) oder aber auch die Einpflanzung von Kunststoffnetzen zur Sicherung des Behandlungserfolges notwendig sein. Durch eine ausführliche Beratung lässt sich für jeden Einzelfall ein optimales Behandlungskonzept erstellen. |