Enddarmerkrankungen  

Sie stellen ein verbreitetes Volksleiden dar und das in einem Körperbereich, der als schutzbedürftige Sphäre empfunden wird. Oft begeben sich daher die Betroffenen trotz hohen Leidensdrucks nicht frühzeitig in Behandlung, vielfach werden Eigenbehandlungen oder Alternativmethoden versucht, so dass erst die eingetretene Komplikation zum Arztbesuch zwingt. Dabei lassen sich, frei  nach dem Motto: „Wehret den Anfängen“, viele unangenehme Folgen bei rechtzeitiger Therapie verhindern.

Der After als Ende unseres Verdauungstraktes hat die Aufgabe, für eine geregelte Stuhlentleerung zu sorgen. Er hat dabei nicht nur eine Ventilfunktion, sondern kann auch verschiedene Stuhlqualitäten und Wind differenzieren. Dies gelingt mit Hilfe der beiden ringförmig angeordneten Schließmuskeln und der bei jedem Menschen vorhandenen Blutgefäßpolster, die als Hämorrhoiden bezeichnet werden.

Blut im Stuhl, Schmerzen oder Jucken und Brennen am After sowie tastbare Knotenbildungen sind die häufigsten Symptome von Enddarmerkrankungen. Sie bedürfen genau wie Nässen, Schmieren, Schleim- oder Eiterabsonderungen, veränderte Stuhlbeschaffenheit, Druck- oder Fremdkörpergefühl sowie Leibschmerzen einer genauen Abklärung.

Ein ausführliches Gespräch zwischen Arzt und Patient über die bisherige Krankheitsgeschichte ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung. Die Untersuchung selbst umfasst eingangs nur wenige Minuten und der Patient braucht sich nicht besonders darauf vorzubereiten. Für die Enddarmspiegelung  muss der Darm kurz vorher durch eine  kleinen Einlauf entleert werden. Soll der ganze Dickdarm gespiegelt werden, bedarf es aber einer gründlicheren und aufwendigeren Reinigung. Neben den instrumentellen Untersuchungen ist manchmal auch eine Röntgenuntersuchung notwendig. Ein Stuhltest zum Nachweis nicht sichtbaren  Blutes gehört zur Vorsorge dazu.

Erkrankungen des Enddarms sind vielfach Ausdruck eines gestörten Ernährungs- und Trinkverhaltens und falscher Stuhlentleerung. Durch Änderung unserer Gewohnheiten sind wir also oftmals selbst in der Lage, eine entsprechende Vorsorge zu treffen. Hierzu zählen in erster Linie die ausreichende Aufnahme von Ballaststoffen wie Getreide, bestimmten Obst- und Gemüsearten und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Regelmäßige körperliche Bewegung fördert ebenfalls den normalen Stuhlgang. Eine richtige Analhygiene (feuchte Säuberung, kein trockenes Abreiben) schützt vor juckenden Ekzemen und Entzündungen.

Die heute möglichen Behandlungsmaßnahmen reichen von minimal invasiven Verfahren bis zur Operation und können in den meisten Fällen ambulant erfolgen. Das gilt vor allem bei folgenden Krankheitsbildern:

- Hämorrhoiden
- Afterriss
- Feigwarzen
- Marisken
- Fistel und Abszess
- After- und Mastdarmvorfall
- Steißbeinfistel

Die Verfahrenswahl wird dem jeweiligen Einzelfall angepasst, so dass jeder Patient ein auf ihn zugeschnittenes Behandlungskonzept erhält.

 

Hämorrhoiden:
haemorrhoidenAls Hämorrhoiden bezeichnen wir die den After abdichtenden Blutgefäßpolster, die bei jedem Menschen vorhanden sind. Bedingt durch z.B. ballaststoffarme Ernährung oder vermehrt sitzende Tätigkeiten können sich diese Polster erweitern und nach außen treten. Dies führt dann zu den bekannten Symptomen wie Blut im Stuhl, Schmerzen oder Jucken und Brennen am After. Harte, schmerzhafte Knoten sprechen für eine Thrombose der Hämorrhoiden.

haemorrhoiden
Es gibt eine ganze Reihe wenig invasiver Behandlungsmethoden, vor allem in frühen Stadien, die mit hohem Patientenkomfort angewandt werden können. Auch die operativen Maßnahmen sind heute bis auf wenige Ausnahmen problemlos ambulant durchführbar, wobei insbesondere die Entfernung der vergrößerten Hämorrhoidalknoten mit einem Klammernahtgerät durch ihre Schmerzarmut besticht.

 

Afterriss (Fissur):
Durch zu harten Stuhlgang kann es zu einem Schleimhauteinriss am After kommen, der aufgrund der „schmutzigen“ Gegend ganz schlecht heilt und letztlich zu schmerzhaftem Schmieren und hellroter Blutung führt. Es gelingt in einem hohen Prozentsatz der Patienten durch lokal anzuwendende medikamentöse Behandlung, den erhöhten Druck des Schließmuskels, der für die schlechte Spontanheilung verantwortlich ist, zu senken. Operative Maßnahmen sind gelegentlich erforderlich – vor allem bei chronischen Fällen, um dauerhafte Beschwerdefreiheit zu erzielen.

 

FeigwarzenFeigwarzen:
Eine Erkrankung, die durch das sogenannte Papilloma Virus verursacht wird. Hier ist Vorsicht geboten, es gibt bestimmte Papillomvirusarten, die Krebs erzeugen können. Die operative Entfernung der Warzen in örtlicher Betäubung oder Kurznarkose ist die Behandlung der Wahl.

 

Marisken:
Sogenannte Marisken sind überschüssige Hautfalten um den After herum. Für sich selbst betrachtet haben sie keinen Krankheitswert und vor allem kein Gefährdungspotential. Allerdings können Sie sich entzünden, sie schwellen dann an und bereiten Schmerzen. Häufen sich solche Vorfälle, lässt sich eine operative Entfernung in örtlicher Betäubung problemlos realisieren.

 

fistel am afterFistel und Abszess:
Ursprünglich entstehen beide Krankheitsbilder aus einer Entzündung von Drüsen, die vor allem an der Rückenseite innerhalb des Afters um die beiden Schließmuskel herum angesiedelt sind. Als akute Infektion kennen wir den Abszess, die Fistel ist quasi der chronische, nicht ausgeheilte Zustand. Insbesondere bei länger bestehendem Fistelleiden kann die operative Sanierung durchaus anspruchsvoll sein.

 

After- und Mastdarmvorfall:
Während der Aftervorfall lediglich Ausdruck eines besonders ausgeprägten drittgradigen Hämorrhoidalleidens ist (und auch wie ein solches behandelt wird) handelt es sich beim Mastdarmvorfall um eine Senkung des Beckenbodens mit Vorfall der Mastdarmschleimhaut. In Anfangsstadien hilft krankengymnastische Übungsbehandlung und eventuell auch Biofeedback. Operative Maßnahmen sind in der Regel mit einer stationären Krankenhausbehandlung verbunden.

 

steissbeinfistelSteißbeinfistel:
Eigentlich hat die „Steißbeinfistel“ weder mit dem Steißbeinknochen noch mit dem After zu tun. Vielmehr entsteht sie in den allermeisten Fällen durch ein Einwachsen abgebrochener Haare unter die Haut in der Gesäßfalte, die dann zu einer Haarbalgentzündung, zum Abszess und chronisch zur Fistel führt. Eine konservative Behandlung führt nur zu einer Besserung der Symptomatik, eine Ausheilung ist nur durch operative Maßnahmen erzielbar. Auch dies gelingt in der Regel problemlos unter ambulanten Bedingungen.

 
logo broehlChirurgie
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Facharzt für Chirurgie
Viszeral-, Unfallchirurgie
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Akupunktur, Amb. OP

 

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Dr. med. Frank Bröhl
Praxis Dr. med. Frank Bröhl
 
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